Die Beleuchtung war etwas schummrig, als ich die Türe vorsichtig öffnete und an dem Wärter vorbeihuschte, der mich nicht bemerken zu schien. Fast wäre ich über die Moorleiche gestolpert, die in Fötushaltung vor mir lag und deren Erhaltungszustand ich mit sehr gut bezeichnen würde. Die Haut war pergamentartig, aber man konnte sogar noch Fältchen erkennen. Auch die Kleidung war gut erhalten, aber nicht mehr vollständig. Als ich wachsam weiterging, sah ich den ersten Schädel.
Das könnte der Anfang eines Krimis sein, ist es im Moment aber nicht, da ich an meinem Kinderbuch schreibe. Was ich oben beschreibe, ist der Beginn einer wunderbaren Ausstellung, die ich in Mannheim besucht habe und die mich seit dem irgendwie immer wieder in ihren Bann zieht.
Noch haben Sie die Chance, sich diese Ausstellung ebenfalls anzusehen, denn sie kann noch bis zum 29. April 2012 besucht werden.
Schädelkult heißt die Ausstellung, die nicht gruselig ist, aber den verbrecherischen Teil meines Gehirns immer wieder aktiv werden lässt.
Reiss-Engelhorn-Museum Schädelkult